Dreißig Bunker, die nie gesprengt wurden — mit unterirdischem Tunnel, Museum und Aussichtsturm über dem Mauersee. In einem eigenen Pavillon eine Nachbildung des Bernsteinzimmers im Maßstab 1:1.
Mamerki — Bunker, die den Krieg überstanden haben, und das Bernsteinzimmer im Wald am Mauersee
Die Anlage des ehemaligen Hauptquartiers des Oberkommandos des Heeres (OKH), ca. 15 km von Ostoja Dwa Jeziora entfernt. Geschichte, die man umrunden, betreten und aus Baumkronenhöhe betrachten kann.
Viele Orte, die mit dem Zweiten Weltkrieg verbunden sind, sieht man heute nur noch als Ruinen — zerborstene Blöcke, moosbewachsener Schutt. Mamerki (Mauerwald) ist anders — und genau darin liegt seine größte Stärke. Die deutschen Soldaten zogen sich im Januar 1945 kampflos von hier zurück und kamen nicht mehr dazu, die Bunker zu zerstören. Deshalb betritt man Räume, die fast so aussehen, wie sie verlassen wurden: mit dicken Türen, von innen verschließbaren Schießscharten und Spuren der einstigen Installationen.
Von Ostoja Dwa Jeziora ist es nur eine kurze Fahrt, sodass Mamerki leicht in einen Vormittag passt — oder den Auftakt zu einem ganzen „Geschichtstag“ im Norden Masurens bildet.
Warum sich der Ausflug lohnt
- Die Bunker sind vollständig erhalten. Dreißig Stahlbetonbunker haben bis heute überdauert — landesweit eine Seltenheit.
- Unterirdischer Tunnel. Der beleuchtete, etwa dreißig Meter lange Gang zwischen den Bunkern Nr. 28 und Nr. 30 ist der Moment, an den sich Kinder am längsten erinnern.
- Bernsteinzimmer im Maßstab 1:1. In einem eigenen Pavillon steht seit April 2025 eine Nachbildung des berühmten Saals in Originalgröße.
- Ein Museum mit Format. Ein Modell der Schlacht am Kursker Bogen (als größtes der Welt beschrieben), ein Modell von Stalingrad und die Nachbildung des Inneren eines U-Boots.
- Aussichtsturm. Fast 40 Meter hoch, mit weitem Blick über die Wälder und den Mauersee (Mamry).
- Nah an Ostoja Dwa Jeziora. Ca. 15 km — ein halber Tag genügt, und am Nachmittag bleibt Zeit für Strand, SPA oder eine weitere Attraktion.
- Gut bei jedem Wetter. Ein großer Teil der Besichtigung findet in Innenräumen statt.
Das Quartier „Anna“ — eine geheime Stadt im Wald
In den Jahren 1940–1944 wurden im Wald am Mauersee rund 250 Bauten errichtet. Das Quartier trug den Decknamen „Anna“ und war Sitz des Oberkommandos des Heeres. Hier arbeiteten etwa vierzig Generäle und Feldmarschälle sowie rund anderthalbtausend Offiziere und Soldaten.
Im Alltag funktionierte die Anlage wie eine autarke Kleinstadt: Es gab Küchen und Kasinos, eine Post, ein Kino, ein Lazarett und sogar eine Sauna und Ställe. Das Gelände war von Stacheldrahtverhauen umgeben, entlang derer alle dreihundert Meter Betonpfosten mit Telefonen und Laternen standen — einige davon stehen noch heute an den Wegen. Wachhäuser und Flakstellungen schützten das Quartier von allen Seiten.
Die Bunker von Mamerki — was Sie im Inneren sehen
Die Route führt durch das Innere der Bunker. Dort erkennt man Spuren von Luftfiltern, Elektro- und Telefonleitungen und sogar einer Zentralheizung — Details, die zeigen, wie sehr dieser Ort auf einen langen Aufenthalt der Heeresführung ausgelegt war.
Der Höhepunkt ist der Gang durch den unterirdischen, beleuchteten Korridor von Bunker Nr. 28 zu Bunker Nr. 30. Für Erwachsene eine technische Besonderheit, für Kinder ein echtes Abenteuer unter der Erde.
Im Museumsteil warten Modelle großer Schlachten an der Ostfront, Uniformen, Waffen und historische Schautafeln. Viel Aufsehen erregt auch die fünfundzwanzig Meter lange Nachbildung des Inneren eines U-Boots: Die engen Gänge und Kojen zeigen, wie beengt das Leben an Bord war.
Das Bernsteinzimmer in Mamerki — wie es hierher kam
Es ist kein Zufall, dass die Nachbildung gerade hier steht. In den Jahren 2016–2017 wurde in Mamerki nach dem Original gesucht — die Medien zeigten live die Sprengung des Fundaments von Bunker Nr. 31, auf den Erich Koch, der ehemalige Gauleiter von Ostpreußen, hingewiesen haben soll. Der Schatz wurde nicht gefunden, die Legende aber blieb.
Heute kann man in einem eigenen Pavillon das im Maßstab 1:1 rekonstruierte Zimmer sehen: Wände, Decke und Boden, in einem Raum von ca. 10 mal 10 Metern und ca. 8 Metern Höhe. Nach dem rohen Beton der Bunker beeindruckt dieser Glanz enorm.
Aussichtsturm über dem Mauersee
Zum Abschluss lohnt sich der Aufstieg auf den fast 40 Meter hohen Turm. Von oben sieht man ein Meer aus Wäldern, die Wasserfläche des Mauersees und bei guter Sicht auch Węgorzewo (Angerburg). Ein guter Moment, um den Kindern zu zeigen, wo Ostoja Dwa Jeziora liegt und wie groß der See ist, an dem Sie wohnen.
Mamerki oder Wolfsschanze?
Am besten beides — denn es sind zwei völlig unterschiedliche Erlebnisse. In der Wolfsschanze (Wilczy Szaniec, ca. 32 km von Ostoja Dwa Jeziora) sieht man die Ruinen des gesprengten Hauptquartiers Hitlers und den Ort des Attentats vom 20. Juli 1944. In Mamerki dagegen unversehrte Bunker, die man betreten kann. Viele beginnen mit Mamerki, weil es näher liegt, und fahren am Nachmittag weiter in Richtung Kętrzyn (Rastenburg).
Kurz gesagt
- Entfernung: ca. 15 km von Ostoja Dwa Jeziora (mit dem Auto).
- Saison: Gelände ganzjährig zugänglich; voller Betrieb von Mai bis Oktober.
- Dauer: 2–3 Stunden für die gesamte Anlage und das Museum.
- Für wen: Familien mit Kindern, Geschichtsfreunde, Schulklassen und Firmen.
- Bei schlechtem Wetter: ja — ein großer Teil wird in Innenräumen besichtigt.
Ein Beispieltag ab Ostoja Dwa Jeziora
- Morgens: Frühstück in Ostoja Dwa Jeziora und Abfahrt nach Mamerki (ca. 15 km).
- Vormittags: Bunker, Tunnel, Museum, Bernsteinzimmer und Turm (2–3 Stunden).
- Unterwegs: der Masurische Kanal und die Schleuse Guja — ein unvollendeter Kanal mit gewaltigen Schleusen im Wald (ca. 14 km von Ostoja Dwa Jeziora).
- Nachmittags, Variante 1: Sztynort (Steinort) und das Schloss der Familie Lehndorff (ca. 23 km von Ostoja Dwa Jeziora).
- Nachmittags, Variante 2: die Wolfsschanze (ca. 32 km) — für alle, die den „Geschichtstag“ abrunden möchten.
- Abends: Abendessen in der Qchnia Dwa Jeziora und Erholung im SPA.
Praktisches
- Öffnungszeiten und Tickets: Prüfen Sie die aktuellen Zeiten und Preise beim Betreiber — www.mamerki.com, Tel. 698 793 104.
- Kleidung: In den Innenräumen ist es dunkel, kühl und feucht — nehmen Sie auch im Sommer eine wärmere Schicht mit und tragen Sie bequeme, geschlossene Schuhe (die Böden sind uneben, es gibt Schwellen).
- Taschenlampe: In den Bunkern nützlich.
- Mit Kindern: Achten Sie auf Stufen und niedrige Türstürze.
- Mit Hund: Ostoja Dwa Jeziora nimmt Hunde auf (der Aufenthalt des Hundes ist kostenpflichtig), die Regeln für Hunde auf dem Gelände der Attraktion erfragen Sie jedoch beim Betreiber.
- Hilfe: Die Rezeption von Ostoja Dwa Jeziora hilft gern, den Tag zu planen und Mamerki mit anderen Orten zu verbinden.
Häufig gestellte Fragen
Was kann man in Mamerki sehen?
Dreißig erhaltene Stahlbetonbunker des ehemaligen Quartiers „Anna“, einen unterirdischen Tunnel zwischen den Bunkern, ein Museum mit Schlachtenmodellen und der Nachbildung eines U-Boot-Inneren, eine Nachbildung des Bernsteinzimmers im Maßstab 1:1 und einen Aussichtsturm über dem Mauersee.
Wie weit ist Mamerki von Węgorzewo und von Ostoja Dwa Jeziora entfernt?
Mamerki liegt ca. 15 km von Ostoja Dwa Jeziora entfernt. Eines der nächstgelegenen Ausflugsziele ab Kal.
Ist Mamerki eine gute Idee für einen Ausflug mit Kindern?
Ja. Kinder mögen am meisten den Gang durch den unterirdischen Tunnel, das U-Boot und den Aufstieg auf den Turm. In den Bunkern muss man auf Stufen und niedrige Türstürze achten.
Wie viel Zeit braucht man für die Besichtigung von Mamerki?
Für die gesamte Anlage mit Museum und Turm planen Sie 2–3 Stunden ein.
Ist Mamerki im Winter geöffnet?
Das Gelände ist ganzjährig zugänglich, der volle Betrieb läuft von Mai bis Oktober. Die aktuellen Zeiten prüfen Sie vor der Abfahrt auf der Website des Betreibers.
Gibt es in Mamerki wirklich das Bernsteinzimmer?
Es gibt eine Nachbildung im Maßstab 1:1, die seit April 2025 in einem eigenen Pavillon zu sehen ist. Nach dem Original wurde in Mamerki in den Jahren 2016–2017 gesucht, es wurde jedoch nicht gefunden.
Worin unterscheidet sich Mamerki von der Wolfsschanze?
In der Wolfsschanze sieht man die Ruinen des gesprengten Hauptquartiers Hitlers, in Mamerki dagegen sind die Bunker vollständig erhalten und man kann hineingehen. Am besten besuchen Sie beide Orte.
Was sollte man zur Bunkerbesichtigung mitnehmen?
Eine Taschenlampe, bequeme geschlossene Schuhe und eine wärmere Schicht — in den Bunkern ist es auch im Sommer kühl und feucht.
Ist Mamerki eine gute Attraktion für einen Regentag?
Ja, ein großer Teil der Besichtigung findet im Inneren der Bunker, des Museums und des Pavillons mit dem Bernsteinzimmer statt.
Was gibt es in der Umgebung von Mamerki noch zu sehen?
Den Masurischen Kanal mit der Schleuse Guja, das Schloss in Sztynort und — etwas weiter — die Wolfsschanze. Die Rezeption von Ostoja Dwa Jeziora hilft Ihnen, daraus einen ganzen Tag zu machen.